Kann bei Impfungen etwas passieren?

Die heutigen Impfstoffe werden allgemein gut vertragen. Wie alle Medikamente können sie allerdings auch unerwünschte Wirkungen haben.

Bevor ein Impfstoff zugelassen wird, wird er von der Zulassungsbehörde in Bezug auf die Wirkung und Nebenwirkung ausführlich begutachtet. Nur wenn die Begutachtung positiv ausfällt, wird ein Impfstoff überhaupt zugelassen.

Es kann zu Lokalreaktionen (z. B. Rötung oder Schwellung an der Einstichstelle) und Allgemeinreaktionen (z. B. erhöhte Temperatur) kommen, die generell Ausdruck der normalen Auseinandersetzung des Organismus mit dem Impfstoff sind und als Impfreaktion bezeichnet werden. Generell kann es nach jeder Impfung zu Fieber kommen. Bei Kindern mit entsprechender Veranlagung können in seltenen Fällen auch Fieberkrämpfe auftreten.

Davon zu unterscheiden sind Komplikationen, unter denen alle Krankheitserscheinungen zusammengefasst werden, die im zeitlichen Zusammenhang mit einer Impfung beobachtet wurden und bei denen aufgrund der vorliegenden Kenntnisse ein ursächlicher Zusammenhang mit der Impfung als gesichert oder als wahrscheinlich anzusehen ist.

Komplikationen durch eine Impfung sind allerdings deutlich seltener als die Komplikationen der entsprechenden Erkrankung

Nur in einem von mehreren Millionen Fällen kommt es nach einer Impfung zu einem gesundheitlichen Schaden. Damit ist Impfen wesentlich sicherer als der Verlauf einer natürlichen Erkrankung, denn hierbei treten schwere Komplikationen um ein Vielfaches häufiger auf.

Vorsichtshalber sollten nach einer Impfung alle außergewöhnlichen Belastungen, wie z. B. ungewohnte, extreme körperliche Belastungen, vermieden werden. Das Immunsystem soll Gelegenheit haben, eine gute Abwehr gegen den Erreger aufzubauen. Dafür braucht es ein wenig Zeit. Etwa zwei Wochen nach Abschluss der Grundimmunisierung ist die überwiegende Mehrheit der geimpften Kinder dann vor der jeweiligen Krankheit geschützt.

Der Staat sichert ab

Empfohlene Impfungen zum Schutz der Bevölkerung werden staatlich unterstützt. Deshalb werden sie nicht nur allen Bürgern empfohlen, sondern der Staat übernimmt auch die Verantwortung dafür: In den äußerst seltenen Fällen, in denen jemand als Folge einer öffentlich empfohlenen Schutzimpfung einen Schaden erleidet, übernimmt der Staat (d. h. die Versorgungsämter der Länder) unter bestimmten Voraussetzungen die Versorgung bei einem Impfschaden. Der Betroffene erhält eine Entschädigung, z. B. in Form einer Rente. Keiner anderen vorbeugenden Gesundheitsmaßnahme wird staatlicherseits so viel Bedeutung zugemessen.

Wer soll geimpft werden?

Vor der Impfung wird Ihr Arzt mit Ihnen ein Gespräch führen und eine Untersuchung bei Ihrem Kind durchführen, um Erkrankungen auszuschließen, die gegen eine Impfung sprechen. Wenn Ihr Kind an einer akuten oder chronischen Krankheit leidet, sollten Sie ihn darüber unbedingt informieren. Eine akute Erkrankung mit hohem Fieber, ein Immunmangel oder eine anstehende Operation können dazu führen, dass von einer Impfung zunächst abgesehen wird. Geringfügige Beschwerden – wie ein leichter fieberhafter Infekt oder eine Lokalreaktion nach früherer Impfung – sind jedoch kein Grund, die Impfung zu verschieben.

Was tun, wenn Ihr Kind eine Allergie hat?

Das ist je nach Einzelfall zu entscheiden. Impfstoffe, deren abgeschwächte Viren in Kulturen embryonaler Hühnerzellen gezüchtet wurden, enthalten normalerweise nicht genügend Restbestände von Hühnereiweiß, um eine Überempfindlichkeitsreaktion auszulösen. Bei Personen mit Allergien gegen Hühnereiweiß, die nicht zu schockartigen Reaktionen neigen, sollte daher eine Impfung erwogen werden. Bei bekannten Allergien gegen andere Bestandteile des Impfstoffes ist Vorsicht geboten. Sprechen Sie immer mit Ihrem Kinder- und Jugendarzt.

Können Impfungen Allergien verursachen?

Nach heutigem Kenntnisstand nicht. Generell nehmen Allergien bei Kindern zu; ein Zusammenhang mit Schutzimpfungen kann dabei jedoch nicht hergestellt werden. Im Gegenteil: Die Bürger der ehemaligen DDR, wo Durchimpfungsraten von mehr als 99 % erreicht wurden, litten seltener an Allergien als die Bürger der damaligen Bundesrepublik Deutschland. Dort lagen die Durchimpfungsraten nur bei 75 % (Masern) bzw. 85 % (übrige Impfungen).

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