Die Impfungen zum Schutz vor Masern, Mumps, Röteln und Windpocken

Viele Impfungen dienen nicht nur dem persönlichen Schutz, sondern verhindern auch die Ausbreitung der Krankheitserreger. Dadurch werden auch Patienten mit geschwächtem Immunsystem oder Schwangere, die nicht geimpft werden können, indirekt geschützt.

Bei der Masern-, Mumps-, Röteln- und Windpocken-Impfung wird das Ziel verfolgt, diese Krankheiten bzw. deren schwere Verläufe für immer verschwinden zu lassen. Im Fall der Pocken z. B. profitieren wir noch heute von der Impfbereitschaft unserer Eltern und Großeltern: Das Virus ist inzwischen ausgerottet – niemand braucht sich mehr dagegen impfen zu lassen.

Wäre es nicht schön, wenn auch Sie Ihren Enkeln diese Chance geben könnten, indem Sie Ihr Kind heute impfen lassen? Masern, Mumps, Röteln und Windpocken könnten damit für immer der Vergangenheit angehören.

Für die Impfung stehen Kombinationsimpfstoffe (Lebendimpfstoffe) zur Verfügung.

Die STIKO empfiehlt, alle Kinder zweimal zum Schutz vor Masern, Mumps, Röteln und Windpocken zu impfen. Hauptziel dabei ist es, die Kinder vor einer Erkrankung und deren möglichen Komplikationen zu bewahren. Die zweimalige Impfung hat aber auch das Ziel, die Krankheiten Masern, Mumps, Röteln und Windpocken und damit deren Komplikationen dauerhaft verschwinden zu lassen. Damit dieses Ziel Realität werden kann, sollten mindestens 95 % aller Mädchen und Jungen zweimal bis zu ihrem 2. Geburtstag geimpft werden.

Warum eine hohe Durchimpfungsrate wichtig ist

Noch immer erkranken pro Jahr etwa 20 Millionen Menschen an Masern und bis zu 400.000 Kinder sterben pro Jahr an den Folgen dieser Krankheit.

Masern treten nur beim Menschen auf, somit könnten sie durch konsequentes Impfen für immer eliminiert werden. Eigentlich sollte dieses Ziel bis zum Jahr 2000 weltweit erreicht sein. Die USA, wo konsequent zweimal geimpft wird, und mehrere andere Länder des amerikanischen Kontinents haben dies bereits geschafft. In Finnland und Schweden treten Masern nur noch sporadisch auf, während sie in Italien und Deutschland noch sehr häufig vorkommen.

Die UN-Vollversammlung hat sich in ihrer Resolution „Eine kindgerechte Welt“ für die Sicherung von Routine-Impfungen für jedes Kind ausgesprochen. Alle 52 Mitgliedsstaaten der WHO-Region Europa haben sich dem Ziel der Eliminierung von Masern und Röteln bis zum Jahr 2015 verpflichtet. Im Mai 2006 verabschiedeten die deutschsprachigen Staaten und Gebiete eine Resolution zur Eliminierung von Masern und Röteln.

Diese zielt u. a. auf eine Erhöhung der öffentlichen Aufmerksamkeit, die Durchführung geeigneter Maßnahmen zur Stärkung der Rechte des Kindes auf Routine-Impfungen sowie auf eine Erfolgskontrolle des Erreichten. Seit 1. Januar 2001 besteht in Deutschland eine Meldepflicht für Masern-Erkrankungen. Die Zahlen zeigen, wie wichtig es ist, die Kinder frühzeitig zu impfen. Masern treten am häufigsten bei Kindern zwischen einem und vier Jahren auf.

Nach wie vor gibt es Masern-Ausbrüche in Deutschland:

So traten Ausbrüche im Frühjahr 2002 in Coburg und 2006 in Nordrhein-Westfalen auf. In Nordrhein-Westfalen erkrankten ca. 1.749 Personen an Masern. Von diesen mussten 15 % stationär im Krankenhaus behandelt werden. 4 Fälle einer Gehirnentzündung durch das Masern-Virus sowie ein Fall einer Hirnhautentzündung wurden beobachtet.

Knapp 7 % der Erkrankten waren unter 2 Jahre alt und damit für die Komplikation einer späteren Erkrankung, der so genannten subakuten sklerosierenden Panenzephalitis, besonders gefährdet.

Der Masernausbruch in Nordrhein-Westfalen zeigt auch, dass ein Anstieg der Masernfälle im Erwachsenenalter (zwischen 20 und 40 Jahren) stattgefunden hat. Besonders bei Kindern unter 5 Jahren und Erwachsenen über 20 Jahren ist das Risiko schwerwiegender Komplikationen erhöht. Vor diesem Hinter-grund hat die Ständige Impfkommision ihre Empfehlungen ausgeweitet. Auch Erwachsene sollen nun ggf. noch einmal eine Impfung erhalten (vgl. Kapitel Masern; STIKO-Impfempfehlung).

Trotzdem nehmen die Masern-Erkrankungen insgesamt in Deutschland zu. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (Berlin) wurden bis Ende Juli 2011 bundesweit 1.485 Falle gemeldet im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es nur 532. Besonders viele Erkrankungen gibt es demnach auch in Baden-Württemberg und Bayern.

Mögliche Nebenwirkungen der Impfung

Häufig beobachtet man eine vorübergehende leichte Rötung, Schwellung und Schmerzhaftigkeit an der Impfstelle. Auch Schwellungen der angrenzenden Lymphknoten, Kopfschmerzen, Mattigkeit, Unwohlsein und Magen-Darm-Symptome werden im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung beobachtet. Da es sich um Lebendimpfstoffe mit abgeschwächten Krankheitserregern handelt, kann es gelegentlich 1 bis 4 Wochen nach der Impfung zu Symptomen einer leichten „Impfkrankheit“ mit Temperaturerhöhung und Hautausschlag kommen. Für den Vierfach-Impfstoff kann vier bis zwölf Tage nach der ersten Impfung häufiger Fieber auftreten als nach separat verabreichtem Masern-Mumps-Röteln-Impfstoff und Varizellen-Impfstoff.

Ebenso gehören Fieberkrämpfe zum bekannten Nebenwirkungsprofil. Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn bei Ihrem Kind schon einmal Fieberkrämpfe oder in der Familie Krampfanfälle aufgetreten sind.

Selten tritt nach der Gabe von Kombinationsimpfstoffen, die eine Mumpskomponente enthalten, eine geringe Schwellung der Ohrspeicheldrüse, eine Hodenschwellung oder eine leichte Reaktion der Bauchspeicheldrüse auf. Nach Masern-Impfung kann es zu einem vorübergehenden Abfall der Blutblättchen mit Blutungsneigung kommen. Alle diese möglichen Symptome sind in der Regel leicht und kurz dauernd und klingen rasch und folgenlos ab. Allergische Reaktionen nach Impfungen sind Einzelfälle. So kann die Masern-Impfung grundsätzlich auch bei Hühnereiweißallergie erfolgen, da der Masern-Impfstoff nur noch minimale Spuren von Hühnereiweiß enthält. Eine Ansteckung von Kontaktpersonen durch den Geimpften ist nur nach der Windpocken-Impfung bei Auftreten eines Hautausschlages möglich. Keine Impfung wirkt mit 100 % iger Sicherheit. Allerdings verlaufen so genannte Durchbruchserkrankungen (Erkrankung trotz Impfung) in aller Regel wesentlich milder als die eigentliche Erkrankung ohne vorausgegangene Impfung.

Bitte wenden Sie sich an Ihren Arzt, wenn Sie Fragen zu Nebenwirkungen der Impfstoffe haben. Eine Übersicht über beobachtete Nebenwirkungen und deren Häufigkeit finden Sie in der Gebrauchsinformation der jeweiligen Impfstoffe.

WWW-INFO

Wenn sie mehr darüber wissen möchten:

Informieren Sie sich im Internet unter

www.gesundes-kind.de

www.fit-for-travel.de

www.Kinderaerzteimnetz.de