Rotavieren (Brechdurchfall)

STIKO-Impfempfehlung

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die allgemeine Rotavirus- Schluckimpfung von Säuglingen. Die Impfserie soll im Alter von 6 bis 12 Wochen begonnen werden und muss je nach Impfstoff spätestens bis zur vollendeten 24. bzw. 32. Lebenswoche abgeschlossen sein.

Mögliche Nebenwirkungen der Impfung

In umfangreichen klinischen Studien mit mehreren zehntausend Kindern haben sich Rotavirus-Impfstoffe als wirksam und gut verträglich erwiesen. Die am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen waren Bauchschmerzen, Blähungen, Dermatitis (entzündliche Hautveränderungen) und Reizbarkeit.

Bei einem gleichzeitigen Auftreten von starken Bauchschmerzen, anhaltendem Erbrechen, blutigen Stühlen und einem geblähten Bauch mit oder ohne hohem Fieber innerhalb einer Woche nach der ersten Impfung sollten Eltern/Erziehungsberechtigte dies umgehend einem Arzt mitteilen, da bei diesen Symptomen eine Invagination (Darmeinstülpung) zügig ausgeschlossen werden muss.

Bitte wenden Sie sich an Ihren Arzt, wenn Sie Fragen zu Nebenwirkungen der Impfstoffe haben. Eine Übersicht über beobachtete Nebenwirkungen und deren Häufigkeit finden Sie in der Gebrauchsinformation der jeweiligen Impfstoffe.

Die Impfung schützt speziell vor Magen-Darm-Infekten, die durch Rotaviren ausgelöst werden. Andere Durchfallerkrankungen (die durch andere Erreger als Rotaviren verursacht werden) können auch bei geimpften Kindern weiterhin vorkommen.

Auf einen Blick :

Rotavirus-Gastroenteritis (RV-Brechdurchfall)

Erreger: Rotaviren, verschiedene Serotypen (beim Menschen v.a. Rotaviren der Serogruppe A);

Übertragungsweg: Schmierinfektion durch verunreinigte Hände oder Gegenstände (fäkal-oral), aber auch durch Tröpfcheninfektion (Niesen, Husten). Das Virus kann auf unbelebten Flächen und Gegenständen längere Zeit überleben, eine geringe Virusmenge ist ausreichend, um sich anzustecken.

Inkubationszeit: 1-3 Tage

Immunität nach Erkrankung: die ersten beiden Infektionen verlaufen normalerweise schwer, im Anschluss daran Schutz vor weiteren schweren Erkrankungen, unabhängig vom Serotyp, durch den die beiden Erstinfektionen ausgelöst wurden, aber erneute Infektion möglich.

Häufigkeit und Verbreitung: ubiquitär, nahezu jedes Kind erkrankt in den ersten 5 Lebensjahren unabhängig von den Lebensbedingungen und hygienischen Verhältnissen mindestens einmal an einer RV-Gastroenteritis.

Ärztliche Meldepflicht: ja, aber erhebliche Untererfassung, da in Deutschland praktisch ausschließlich die stationär behandelten Fälle getestet werden.