Rotavieren (Brechdurchfall)

was ist das?

Rotavieren sind weltweit die häufigsten Erreger von Durchfallerkrankungen bei Kindern unter 2 Jahren. Jedes Kind hat bis zu seinem 5. Lebensjahr mindestens eine Rotavirus-bedingte Durchfallerkrankung durchgemacht – unabhängig von den hygienischen Verhältnissen und seiner sozialen Herkunft. In den westlichen Industrieländern erkranken am häufigsten Säuglinge und Kinder. Die Ursache hierfür ist eine noch fehlende Immunität gegen die Viren. Dadurch sind Rotaviren die häufigste Ursache für teilweise lebensbedrohliche Krankenhausaufenthalte von Kindern im Alter von bis zu 2 Jahren wegen eines Magen-Darminfektes.

Das Ansteckungsrisiko (bzw. die Übertragung)

Rotaviren sind hoch ansteckend und sehr umweltstabil – sie bleiben im Stuhl einige Tage lang infektiös und können auf Flächen wie Wickeltisch oder Spielzeug überleben. Die Ansteckung erfolgt in aller Regel von Mensch zu Mensch auf dem fäkal-oralen Weg durch Schmierinfektion, z.B. die kontaminierten Hände nach dem Wickeln eines infizierten oder erkrankten Kindes oder durch eine Tröpfcheninfektion. Das Ansteckungsrisiko für die Kinder besteht einmal in ihrer natürlichen Umgebung, z. B. über Geschwister bzw. andere Kinder in der Kinderkrippe oder im Kindergarten. Aber auch bei einem Klinikaufenthalt des Kindes – unabhängig von der Erkrankung, die zum Klinikaufenthalt geführt hat – ist eine Ansteckung mit Rotaviren möglich. Als Folge davon kann sich der Krankenhausaufenthalt verlängern.

Wie äußert sich die Erkrankung?

Die Inkubationszeit beträgt einen bis drei Tage. Die ersten typischen Anzeichen einer Rotavirus-Erkrankung sind Erbrechen und Durchfall, gefolgt von Fieber. Etwa 50 % der Betroffenen leidet auch unter Atemwegs-beschwerden (Husten, Schnupfen). Erbrechen und Durchfall führen bei erkrankten Kindern zu einem Flüssigkeitsverlust bis zur Austrocknung (Exsikkose). Es werden pro Jahr in Deutschland etwa 20.000 Kinder wegen einer Rotavirus-Erkrankung in ein Krankenhaus eingewiesen.

Komplikationen
Es gibt keine ursächliche Therapie.

Wichtig: Falls das Kind unzureichend Flüssigkeit zu sich nimmt, muss es im Krankenhaus stationär behandelt werden, um den Flüssigkeitsverlust durch Infusionen auszugleichen! Es gibt mehrere Vertreter der Rotaviren (unterteilt in Serotypen und Gruppen), die sich in ihrer Oberflächenstruktur (Antigenstruktur) voneinander unterscheiden. Nach einer durchgemachten Rotavirus-Erkrankung verfügt unser Immunsystem deshalb nur über eine Teilimmunität gegen bestimmte Serotypen. Das bedeutet, dass Kinder nach einer durchgemachten Rotavirus-Infektion erneut erkranken können. Die Folgeerkrankungen verlaufen in aller Regel nicht mehr so schwer wie die Ersterkrankung.

Welchen Schutz gibt es?

Damit der Immunschutz vor Rotavirus-Erkrankungen möglichst früh aufgebaut wird, sollten Kinder bereits ab der 6. Lebenswoche mit einer Schluckimpfung geimpft werden. Bis eine Schutzwirkung aufgebaut ist, sind je nach Impfstoff 2 oder 3 Impfdosen im Abstand von vier Wochen erforderlich.

Weitere Informationen zur Stiko-Impfempfehlung

Auf einen Blick :

Rotavirus-Gastroenteritis (RV-Brechdurchfall)

Erreger: Rotaviren, verschiedene Serotypen (beim Menschen v.a. Rotaviren der Serogruppe A);

Übertragungsweg: Schmierinfektion durch verunreinigte Hände oder Gegenstände (fäkal-oral), aber auch durch Tröpfcheninfektion (Niesen, Husten). Das Virus kann auf unbelebten Flächen und Gegenständen längere Zeit überleben, eine geringe Virusmenge ist ausreichend, um sich anzustecken.

Inkubationszeit: 1-3 Tage

Immunität nach Erkrankung: die ersten beiden Infektionen verlaufen normalerweise schwer, im Anschluss daran Schutz vor weiteren schweren Erkrankungen, unabhängig vom Serotyp, durch den die beiden Erstinfektionen ausgelöst wurden, aber erneute Infektion möglich.

Häufigkeit und Verbreitung: ubiquitär, nahezu jedes Kind erkrankt in den ersten 5 Lebensjahren unabhängig von den Lebensbedingungen und hygienischen Verhältnissen mindestens einmal an einer RV-Gastroenteritis.

Ärztliche Meldepflicht: ja, aber erhebliche Untererfassung, da in Deutschland praktisch ausschließlich die stationär behandelten Fälle getestet werden.