Röteln

Was ist das?

Röteln sind eine Viruserkrankung, die häufig bei Kleinkindern und Jugendlichen auftritt und in der Regel einen leichten Verlauf nimmt. Röteln werden durch Tröpfcheninfektion übertragen. Etwa 50 % der infizierten Kinder zeigen zwar keine sichtbaren Krankheitssymptome, können aber trotzdem die Krankheitserreger auf andere Menschen übertragen.

Wie groß ist das Risiko für diese Erkrankung?

Röteln kommen weltweit in dicht besiedelten Gebieten vor. In Industriestaaten wie Deutschland, die keine ausreichende Durchimpfungsrate aufweisen, verschiebt sich die Infektion zunehmend vom Kindesalter ins Jugendlichen- und Erwachsenenalter. So sind noch immer 5-10 % der gebärfähigen Frauen weder geimpft noch durch eine überstandene Erkrankung immun. Die Folge: Es gibt auch heute noch Fälle schwerer Schädigungen des ungeborenen Kindes durch das Röteln-Virus.

Wie äußert sich die Erkrankung?

Das Röteln-Virus wird direkt durch Tröpfcheninfektion übertragen, aber auch indirekt über infizierte Gegenstände. 2 bis 3 Wochen später (meist nach 14 bis 21 Tagen) treten Krankheitszeichen auf, die einer Erkältung ähneln. Leichtes Fieber, Schnupfen und Kopfschmerzen – in manchen Fällen auch schmerzhafte Gelenkentzündungen – kennzeichnen dieses Vorstadium. Bei Kindern fehlt es häufig.

Später folgt ein Hautausschlag mit blassen rosaroten Flecken. Er beginnt im Gesicht und breitet sich innerhalb von 24 Stunden über Rumpf und Gliedmaßen aus. Gleichzeitig schwellen die Lymphknoten an, vor allem im Nacken und hinter den Ohren. Alle Symptome verschwinden etwa nach 3 Tagen wieder.

7 Tage bevor der Hautausschlag auftritt bis etwa 7 Tage danach können an Röteln Erkrankte andere Menschen anstecken. Mehr als die Hälfte aller Röteln-Infektionen verläuft „stumm“,  d. h. ohne Krankheitszeichen. Aber auch dann sind Röteln ansteckend.

Eine überstandene Röteln-Erkrankung hinterlässt vermutlich lebenslange Immunität.

Komplikationen der Erkrankung

Äußerst gefürchtet ist die Röteln-Infektion einer werdenden Mutter in den ersten 4 Monaten der Schwangerschaft. Diese kann zur Fehlgeburt, Frühgeburtlichkeit und zu angeborenen Röteln beim Neugeborenen führen. Am größten ist das Risiko für das Kind, wenn die Mutter zwischen der 1. und 11. Schwangerschaftswoche erkrankt, wobei dann in bis zu 65 % bis 85 % Fehlbildungen auftreten können. Zeichen einer angeborenen Röteln-Infektion sind Minderwuchs, Gelbsucht, Herzmuskelentzündung sowie Gehirn- und Hirnhautentzündung. Zusätzlich können Augenfehlbildungen, Schwerhörigkeit, Herzfehler oder Gehirnfehlbildungen mit geistiger Behinderung auftreten. Das häufigste isolierte Symptom einer angeborenen Röteln-Erkrankung ist die Schwerhörigkeit. Aber auch zunächst gesund wirkende Kinder mit angeborenen Röteln können später schwere Komplikationen wie beispielsweise  Lungenentzündungen, Diabetes oder Immundefekte entwickeln.

Das Risiko einer Schädigung des Kindes ist bei einer Infektion in der Frühschwangerschaft am größten. In Deutschland haben bis zu 10 % der Frauen im gebärfähigen Alter und gleichaltrige Männer keinen Rötelnschutz.

Auch für gesunde Kinder sind Röteln nicht immer harmlos. In sehr seltenen Fällen können Blutgerinnungsstörungen oder eine Hirnentzündung auftreten, sehr selten eine schwere progressive (fortschreitende) Röteln-Panenzephalitis (Entzündung des gesamten Gehirns).

Welchen Schutz gibt es?

Die Impfung kann Schutz vor Röteln und Ihren Komplikationen bieten. Eine Behandlung mit Medikamenten, die die Ursache der Erkrankung bekämpfen, gibt es nicht.

Weitere Informationen zur Stiko-Impfempfehlung

Auf einen Blick :

Röteln

Erreger: Röteln-Virus.

Übertragungsweg: Von Mensch zu Mensch durch Tröpfcheninfektion (Atemwege) und frisch verkeimte Gegenstände.

Inkubationszeit: Zwischen 14 und 21 Tage.

Immunität nach Erkrankung: Meist lebenslang. Nur selten kommt es zu einer zweiten Infektion.

Häufigkeit und Verbreitung: Weltweites Vorkommen.