Pneumokokken-Erkrankung

Was ist das?

Pneumokokken sind bekapselte Bakterien (Polysaccharid-Kapsel). Sie zählen weltweit zu den häufigsten Erregern von Infektionen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich, Lungenentzündungen (Pneumonien) sowie lebensbedrohlichen Infektionen wie eitriger Hirnhautentzündung (Meningitis) und Blutvergiftung (Sepsis).

20 % der eitrigen Meningitiden nach der Neugeborenenzeit werden durch Pneumokokken verursacht. Bei den Pneumokokken werden anhand der Polysaccharid-Kapsel mehr als 90 verschiedene so genannte Serotypen unterschieden, von denen ca. 10 für über 80 % der Erkrankungen bei Kindern und 2/3 der schweren Verläufe bei Erwachsenen verantwortlich sind. Die Übertragung erfolgt von Mensch zu Mensch durch Tröpfcheninfektion.

Wie groß ist das Risiko für diese Erkrankung?

Am häufigsten tritt die Erkrankung in den ersten beiden Lebensjahren auf. Bis zu 50 % der gesunden Kleinkinder und 10 % der Erwachsenen sind asymptomatische Träger der Keime im Nasen-Rachen-Raum. Von dort kann es zu einer Ausbreitung des Erregers und einer Mittelohrentzündung oder Entzündung der Nasennebenhöhlen und in deren Folge zur Lungen- oder Hirnhautentzündung kommen. Besonders gefährdet sind Personen ohne Milz (Asplenie) oder mit sonstigen Störungen der Immunabwehr. Auch nach einer durchgemachten Infektion wird bei Kindern, die jünger sind als 18 Monate, davon ausgegangen, dass diese sich erneut infizieren können.

Man rechnet in Deutschland mit etwa 160 Hirnhautentzündungen sowie insgesamt etwa 1.000 invasiven Erkrankungen und ca. 50.000 Lungenentzündungen, die jährlich bei Kindern in den ersten 5 Lebensjahren durch Pneumokokken verursacht werden.

Wie äußert sich die Erkrankung?

Die Krankheit beginnt akut mit hohem Fieber, Schüttelfrost sowie gegebenenfalls Nackensteifigkeit, Berührungsempfindlichkeit oder Atembeschwerden.

Komplikationen der Erkrankung

Trotz antibiotischer und intensivmedizinischer Therapie ist die Sterblichkeit der invasiven Pneumokokken-Erkrankungen hoch. Mindestens 20 Kinder versterben jährlich in Deutschland an einer solchen Erkrankung. Bis zu 30 % der Kinder erleiden nach einer Pneumokokken-Hirnhautentzündung bleibende Schäden, wie Hörverlust oder sonstige neurologische Schäden.

Welchen Schutz gibt es?

Die einzige Vorbeugemaßnahme ist die Impfung. Es gibt Polysaccharid- und Konjugatimpfstoffe zum Schutz vor bestimmten Pneumokokken-Erkrankungen. Die Konjugatimpfstoffe sind so immunogen, dass selbst junge Säuglinge Antikörper in schützender Konzentration bilden können.

Mögliche Nebenwirkungen der Impfung

Man unterscheidet bei den üblichen Nebenwirkungen zwischen lokalen Reaktionen und allgemeinen Krankheitszeichen. Lokale Reaktionen sind eine Rötung und Schwellung an der Einstichstelle, die nach wenigen Tagen abklingen. Dazu können allgemeine Krankheitszeichen, wie Fieber oder Müdigkeit auftreten – auch diese Nebenwirkungen klingen schnell wieder ab. Schwere Erkrankungen können laut STIKO (Ständige Impfkommission) auftreten, kommen aber nur sehr selten vor.

Bitte wenden Sie sich an Ihren Arzt, wenn Sie Fragen zu Nebenwirkungen der Impfstoffe haben. Eine Übersicht über beobachtete Nebenwirkungen und deren Häufigkeit finden Sie in der Gebrauchsinformation der jeweiligen Impfstoffe.

Wie lange hält der Impfschutz an?

Kinder mit fortbestehender gesundheitlicher Gefährdung sollten eine Auffrischimpfung nach den geltenden STIKO-Empfehlungen erhalten.

Weitere Informationen zur Stiko-Impfempfehlung

Auf einen Blick :

Pneumokokken-Infektion

Erreger: Streptococcus pneumoniae.

Übertragungsweg: Tröpfcheninfektion, enger Kontakt.

Inkubationszeit: Sehr variabel.

Häufigkeit und Verbreitung:
Weltweites Vorkommen.

Ärztliche Meldepflicht: Nein.