Pertussis (Keuchhusten)

Was ist das?

Keuchhusten ist eine schwere Infektionskrankheit, die oft sehr langwierig verläuft („100-Tage-Husten“). Sie tritt im Säuglingsalter und Kindesalter auf, kann aber auch Jugendliche und Erwachsene befallen. Auslöser ist das Bakterium Bordetella pertussis, das durch Tröpfchen infektion über tragen wird.

Wie groß ist das Risiko für diese Erkrankung?

Nach Angaben der WHO sterben weltweit jedes Jahr noch rund 200.000 bis 300.000 Menschen – überwiegend Kinder – an Keuchhusten. In Ländern, in denen konsequent gegen Keuchhusten geimpft wird, ist die Krankheit bei Kindern seltener geworden. Allerdings verschob sich die Krankheitslast in den letzten Jahren immer mehr ins Erwachsenenalter. Infizierte Eltern sind die Hauptinfektionsquelle für Neugeborene und Säuglinge.

Wie äußert sich die Erkrankung?

Die Erkrankung verläuft in verschiedenen Stadien: Das Anfangsstadium (Dauer 1-2 Wochen) ist durch grippeähnliche Symptome wie Schnupfen, leichten Husten und Schwäche gekennzeichnet. Das nachfolgende Stadium (Dauer 4-6 Wochen) ist geprägt von anfallsweise auftretenden, schweren, krampfartigen Hustenattacken mit Erbrechen und Atemnot. Das typische Keuchen tritt bei der Hälfte der Kinder auf. Im letzten Stadium (Dauer 6-10 Wochen) klingen die Hustenanfälle langsam ab. Weil es gegen Pertussis keinen Nestschutz gibt, sind Neugeborene und Säuglinge besonders gefährdet. Je jünger das Kind ist, desto gefähr licher ist die Erkrankung, da es anstelle der typischen Hustenanfälle zum Atemstillstand mit Todesfolge kommen kann.

Komplikationen der Erkrankung

Häufig treten Lungen- und Mittelohrentzündungen durch zusätzliche Infektionen mit anderen Erregern auf. Eine Lungenentzündung tritt bei bis zu 20 % der hospitalisierten Keuchhusten-Patienten auf. Beunruhigend für alle Eltern ist da rüber hinaus, dass es praktisch keine Behandlung gibt, mit der sich der quälende Husten lindern oder bekämpfen lässt. In Einzelfällen kommt es zur Sauerstoffunterversorgung des Gehirns (Pertussis-Enzephalopathie), die Dauerschäden hinterlassen kann. Plötzliche Todesfälle können insbesondere bei Säuglingen auftreten.

Welchen Schutz gibt es?

Nur die rechtzeitige Impfung kann wirksam vor einer Keuchhusten-Erkrankung schützen. Da weder eine durchgemachte Keuchhusten-Erkrankung noch die Impfung lebenslange Immunität gewährleisten, muss der Impfschutz regelmäßig aufgefrischt werden. Damit junge, noch nicht oder nur unzureichend geimpfte Kinder nicht von Ihren Verwandten angesteckt werden, sollte auch bei Erwachsenen ein Impfschutz bestehen. Deshalb empfiehlt die STIKO – nach abgeschlossener Grundimmunisierung im Säuglingsalter – eine Auffrischimpfung im Alter von 5-6 und 9-17 Jahren. Weiter empfiehlt die STIKO, die nächste fällige Td-Auffrischimpfung als Tdap-Auffrischimpfung durchzuführen. Alle Frauen im gebärfähigen Alter und Haushaltskontaktpersonen zu Säuglingen, sollten eine Impfung gegen Pertussis erhalten sofern in den letzten 10 Jahren keine Impfung gegen Pertussis stattgefunden hat.

Weitere Informationen zur Stiko-Impfempfehlung

Auf einen Blick :

Pertussis (Keuchhusten)

Erreger: Bordetella pertussis (Bakterium).

Übertragungsweg: Tröpfcheninfektion über die Atemwege bei direktem Kontakt mit Kranken.

Inkubationszeit: 7-21 Tage.

Immunität nach Erkrankung: Maximal 15-20 Jahre. Deshalb spielen Jugendliche und Erwachsene als Überträger eine zunehmende Rolle.

Häufigkeit und Verbreitung: Weltweites Vorkommen. Die höchste Erkrankungsrate wird in Mitteleuropa im Herbst und im Winter beobachtet.

Ärztliche Meldepflicht: Nein.