Masern

Was ist das?

Fast nirgendwo klaffen Einschätzung und Realität so weit auseinander wie bei Masern: Die meisten halten sie für eine harmlose Kinderkrankheit – in Wirklichkeit gehören die Masern zu den gefährlichsten Viruserkrankungen. Sie zählen zu den ansteckendsten Krankheiten und werden durch Tröpfcheninfektion übertragen (Sprechen, Husten). An Masern können auch Erwachsene erkranken, wenn diese nicht geimpft sind bzw. die Krankheit als Kind nicht durchgemacht haben. In der Regel sind die Folgen dann besonders schwer. Jedes Jahr sterben weltweit noch fast 400.000 Menschen an dieser Erkrankung.

Wie groß ist das Risiko für diese Erkrankung?

Masern sind weltweit verbreitet, jedoch mit sehr unterschiedlicher Häufigkeit. In einigen wenigen Ländern, in denen konsequent zweimal geimpft wird (USA, skandinavische Länder, Großbritannien, Niederlande), tritt die Krankheit fast gar nicht mehr auf.

Wie äußert sich die Erkrankung?

Das Masern-Virus wird durch Tröpfcheninfektion übertragen, z. B. beim Husten, Niesen oder Sprechen. Zwischen der Ansteckung und dem Auftreten der ersten Krankheitszeichen vergehen 9 bis 12 Tage. Masern beginnen zunächst mit hohem Fieber, Abgeschlagenheit, bellendem, krampfartigem Husten, Schnupfen und Bindehautentzündung. In den Wangentaschen bilden sich oft kleine weißliche Flecken. Nach 1 bis 2 Tagen fällt das Fieber vorübergehend ab und steigt am nächsten Tag wieder an.

Innerhalb von 3 Tagen bildet sich bei zunehmendem Fieber der typische Hautausschlag. Er beginnt hinter den Ohren und im Gesicht, um sich dann rasch über den ganzen Körper auszubreiten. In den nächsten 3 bis 4 Tagen verblassen die Flecken in der Reihenfolge, in der sie entstanden sind. Im Zeitraum von 3 bis 5 Tagen vor bis etwa 4 Tage nach Auftreten des Hautausschlags kann der Erkrankte andere Menschen anstecken. Die Masern-Erkrankung hinterlässt regelmäßig eine Schwäche des Immunsystems für mindestens 6 Wochen.

Komplikationen der Erkrankung

Erfreulicherweise heilen Masern in den meisten Fällen folgenlos aus, obwohl Komplikationen wie Mittelohrentzündung, akute Bronchitis und sogar Lungenentzündung nicht selten sind. Besonders gefürchtet ist eine durch Masern verursachte Gehirnentzündung (Enzephalitis), die etwa bei einem von 1.000 Patienten auftritt. Diese endet auch heute noch bei 30 % der Patienten tödlich oder hinterlässt in 20 % der Fälle eine bleibende Behinderung. Neue Erkenntnisse weisen darauf hin, dass die Otosklerose, eine im Erwachsenenalter auftretende Verkalkung der Gehörknöchelchen mit der Folge einer Schwerhörigkeit, durch eine Masern-Infektion im Kindesalter verursacht wird. Bei Patienten mit Otosklerose konnten Anteile des Masern-Virus und Antikörper gegen diese Viren im Bereich der Gehörknöchelchen nachgewiesen werden. Eine seltenere, aber in jedem Fall tödlich endende, äußerst gefürchtete Komplikation ist die subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE). Die Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung einer SSPE liegt bei Kindern unter 5 Jahren bei 1:1700 - 1:3300. Hierbei handelt es sich um eine chronische, langsam fortschreitende Gehirnentzündung durch das Masern-Virus. Der
Verlauf der SSPE ist durch einen zunehmenden körperlichen und geistigen Verfall mit komplettem Verlust erlernter Fähig-keiten gekennzeichnet. Das Risiko dieser extrem gefürchteten Erkrankung scheint umso höher zu sein, je jünger die Kinder zum Zeitpunkt der Masern-Erkrankung sind.

Welchen Schutz gibt es?

Durch rechtzeitige Impfung lassen sich Masern wirksam vorbeugen. Eine Behandlung mit Medikamenten, die die Ursache der Erkrankung bekämpfen, gibt es nicht. Deshalb ist die Masern-Impfung von Kleinkindern als Vorsorgemaßnahme von größter Wichtigkeit.

Weitere Informationen zur Stiko-Impfempfehlung

Auf Einen Blick :

Masern

Erreger: Masern-Virus (Morbillivirus).

Übertragungsweg: Tröpfcheninfektion durch Niesen und Husten.

Inkubationszeit: 9 bis 12 Tage.

Immunität nach Erkrankung:
Wahrscheinlich lebenslang.

Häufigkeit und Verbreitung: Weltweit.

Ärztliche Meldepflicht:
Ja.