Die echte Grippe (Influenza)

Was ist das?

Influenza, im Volksmund die „Grippe“, ist eine häufige Erkrankung der Atemwege nach einer Infektion mit Influenza-Viren. Die Übertragung erfolgt durch Tröpfchen, die beim Husten, Niesen oder Sprechen in die Luft gelangen oder durch Schmierinfektion, beispielsweise über kontaminierte Hände. Influenza-Viren sind hoch ansteckend. In der Grippe-Saison von Dezember bis April (nördliche Erdhalbkugel) erkranken allein in Deutschland jedes Jahr zahlreiche Menschen.

Wie groß ist das Risiko für diese Erkrankung?

Influenza kann jeden treffen. Nicht nur alte oder immungeschwächte Menschen können sich mit Influenza-Viren infizieren, auch junge und gesunde Menschen sind betroffen. Besonders dort, wo viele Leute zusammenkommen, wie z. B. in öffentlichen Verkehrsmitteln, Schulen, Kindergärten, Altenheimen.

Wie äußert sich die Erkrankung?

Oft wird die Grippe mit einem „grippalen Infekt“ oder einer Erkältung verwechselt. Im Gegensatz zum grippalen Infekt beginnt die Influenza jedoch plötzlich mit Fieber bis zu 41°C, Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Husten. Die Krankheit dauert meist 7-14 Tage. Bei Kindern kann die Krankheit untypisch verlaufen und mit Durchfall und Erbrechen einhergehen.

Komplikationen der Erkrankung

Auch nach Abklingen einer Influenza leiden die Menschen unter Umständen noch mehrere Wochen an Leistungsschwäche, Unwohlsein und Appetitlosigkeit. Da die Viren die Schleimhäute der Atemwege schädigen und der Körper geschwächt ist, kommt es oft zu bakteriellen Zweitinfektionen. Zu den häufigsten Komplikationen der Influenza zählen Lungenentzündung, Mittelohrentzündung und Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Herzinfarkte, Schlaganfälle, Herzmuskelentzündung). Komplikationen treten in allen Altersgruppen auf. Eine Grunderkrankung kann den Verlauf einer Influenza deutlich verschlechtern. Besonders bei älteren Menschen und Säuglingen kann die Erkrankung schwer verlaufen, bei älteren Menschen auch oft tödlich. Pro Jahr werden in Deutschland ca. 5.500 Kinder wegen Influenza ins Krankenhaus eingeliefert. Grund hierfür sind Komplikationen wie Lungenentzündung (27 %), bakterielle Sepsis (31 %) oder Asthma-Anfälle (15 %). Jährlich sterben in Deutschland etwa 10.000 Menschen an der Influenza.

Welchen Schutz gibt es?

Durch eine Impfung lässt sich vor einer Infektion mit Influenza-Viren schützen Die Zusammensetzung des Impfstoffs beruht auf Empfehlungen der WHO. Diese Empfehlung wird jedes Jahr an die aktuell zirkulierenden Influenza-Viren angepasst. Deshalb ist jedes Jahr im Herbst eine erneute Impfung notwendig.

Wie lange hält der Impfschutz an?

Der Impfschutz tritt ca. 14 Tage nach Impfung ein und hält, abhängig vom Impfstoff 6-12 Monate, also über die Grippe-Saison an.

Mögliche Nebenwirkungen der Impfung

Die Grippe-Impfung ist gut verträglich. Auch Schwangere werden beispielsweise in den USA schon seit vielen Jahren geimpft. Gelegentlich kann es durch die Anregung der körpereigenen Abwehr zu einer Rötung oder Schwellung an der Einstichstelle kommen, die auch schmerzen kann. Ebenso können in den ersten drei Tagen nach der Impfung Allgemeinsymptome wie beispielsweise Frösteln, Müdigkeit, Übelkeit oder Muskelschmerzen auftreten. Solche Impfreaktionen klingen in der Regel nach ein bis drei Tagen wieder ab. Nebenwirkungen sind sehr selten. Bei weniger als einem von 10.000 Geimpften wurden allergische Reaktionen an der Haut und in den Bronchien beobachtet. Kleine Blutgefäße können sich ebenfalls sehr selten entzünden oder die Zahl der Blutplättchen (verantwortlich für die Blutgerinnung) kann sich vorübergehend veringern. Bei einer nachgewiesenen schweren Allergie gegen Hühnereiweiß sollten Sie sich nicht gegen Grippe impfen lassen-es sei denn, ein Impfstoff ohne Rückstände von Hühnereiweiß ist verfügbar.

Bitte wenden Sie sich an Ihren Arzt, wenn Sie Fragen zu Nebenwirkungen der Impfstoffe haben. Eine Übersicht über beobachtete Nebenwirkungen und deren Häufigkeit finden Sie in der Gebrauchsinformation der jeweiligen Impfstoffe.

Weitere Informationen zur Stiko-Impfempfehlung

Auf einen Blick :

Grippe (Influenza)

Erreger: Influenzaviren

Übertragungsweg: durch Tröpfchen-, Schmier- oder Kontaktinfektion über die Atemwege

Inkubationszeit: meist 1-3 Tage

Häufigkeit und Verbreitung:
Weltweites Vorkommen