HPV - (Humane Papillomviren) Typen 16 und 18

Was ist das?

Wissenschaftler aus aller Welt haben in den letzten 30 Jahren nachgewiesen, dass Gebärmutterhalskrebs und dessen Vorstufen durch verschiedene Typen eines Virus – das so genannte Humane Papillomvirus, kurz HPV – verursacht werden. Eine lang anhaltende HPV-Infektion über mindestens 6 Monate ist eine notwendige Voraussetzung für die Entwicklung von Gebärmutterhalskrebs.

Bisher sind über 100 verschiedene Typen des Humanen Papillomvirus bekannt. Diese werden in zwei Gruppen eingeteilt:

Niedrig-Risiko-HPV-Typen, die in der Regel keinen oder selten Krebs verursachen, z.B HPV 6, 11, welche in der Regel Genitalwarzen verursachen. Hierbei handelt es sich jedoch nicht um Krebs, sondern eine kosmetische störende Erkrankung und

Hoch-Risiko-HPV-Typen, die Krebs auslösen können. Diese krebserregenden HPV-Typen können Veränderungen am Gebärmutterhals hervorrufen, die sich über Vorstufen zu Gebärmutterhalskrebs entwickeln können. Für die Mehrzahl der Krebsfälle ist einer der beiden Hoch-Risiko-Typen HPV 16 oder HPV 18 verantwortlich. Weitere, häufige krebserregende HPV-Typen sind: HPV 31, 33, 45.

Wie groß ist das Risiko für diese Erkrankung?

Etwa 80 % aller Frauen infizieren sich im Laufe des Lebens mit HPV. In den meisten Fällen wird die Infektion vom Körper erfolgreich bekämpft. Dennoch erleiden jährlich in Deutschland zwischen 5000-7000 Frauen die Diagnose Gebärmutterhalskrebs und 1700-2000 Frauen sterben jedes Jahr in Deutschland an dieser Erkrankung. Gebärmutterhalskrebs steht in Deutschland an dritter Stelle aller Krebserkrankungen bei Frauen unter 60 Jahren.

Bei ca. 70 % aller Gebärmutterhalskrebsfälle konnten die HPV-Typen 16 oder 18 gefunden werden.

Wie äußert sich die Infektion?

Die Infektion ist in der Regel symptomlos. Schmerzen im Bereich des Unterleibs treten meist erst dann auf, wenn bereits Gebärmutterhalskrebs entstanden ist. Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs können im Rahmen von Krebsfrüherkennungsuntersuchungen entdeckt werden.

Komplikationen der Infektion

Infektionen mit Hoch-Risiko-Typen wie HPV 16 oder 18, die länger als 6 Monate andauern, können über Vorstufen zu Gebärmutterhalskrebs führen. Werden fortgeschrittene Krebsvorstufen oder Krebs erkannt, kann eine Operation nötig werden, bei der entweder Teile des Gebärmutterhalses (Konisation) oder die gesamte Gebärmutter (Hysterektomie) entfernt werden müssen.

Welchen Schutz gibt es?

Ab dem vollendeten 20. Lebensjahr sollte jede Frau jährlich an der Krebsfrüherkennungsuntersuchung teilnehmen.

Eine wichtige Maßnahme zur Vorbeugung von Gebärmutterhalskrebs und dessen Vorstufen ist die Impfung. Es stehen zwei Impfstoffe zur Verfügung.

Ganz wichtig: Die Impfstoffe enthalten keine krebserregenden Bestandteile; daher ist sichergestellt, dass die Impfung keinen Gebärmutterhalskrebs auslösen kann.

Eine natürliche Infektion mit HPV schützt in der Regel nicht vor erneuten Infektionen.

Mögliche Nebenwirkungen der Impfung

Bei den Impfstoffen sind in den Zulassungs-Studien bislang folgende Nebenwirkungen aufgetreten: Schmerz an der Einstichstelle, Schwellung und Rötung, Müdigkeit, Fieber (≥ 1/10), Juckreiz (≥ 1/100 - < 1/10) und Zusätzlich werden beim adjuvantierten Impfstoff Kopf- und Magenschmerzen (≥ 1/100 - < 1/10) angegeben. Schwerwiegende Nebenwirkungen treten nur selten auf.

Bitte wenden Sie sich an Ihren Arzt, wenn Sie Fragen zu Nebenwirkungen der Impfstoffe haben. Eine Übersicht über beobachtete Nebenwirkungen und deren Häufigkeit finden Sie in der Gebrauchsinformation der jeweiligen Impfstoffe.

Weitere Informationen zur Stiko-Impfempfehlung

Auf einen Blick :

Gebärmutterhalskrebs

Erreger: Humane Papillomviren (HPV).

Übertragungsweg: Geschlechtsverkehr oder direkter Haut-zu-Haut-Kontakt im Genitalbereich.

Inkubationszeit: Von der Infektion bis zum Gebärmutterhalskrebs in den meisten Fällen ca. 10-20 Jahre.

Häufigkeit und Verbreitung: Weltweites Vorkommen.

Ärztliche Meldepflicht: Nein.