Hepatitis B (infektiöse Leberentzündung)

Was ist das?

Hepatitis B ist eine infektiöse Entzündung der Leber, die durch das Hepatitis-B-Virus (HBV) verursacht wird. Das HBV gehört zu den ansteckendsten Krankheitserregern, die es gibt: Seine Infektiosität ist 50-bis 100-mal höher als beispielsweise die des AIDS-Erregers, des HI-Virus. Die Erkrankung verläuft meist schwer und langwierig, manchmal auch akut tödlich. Es gibt chronische Verlaufsformen, die zu lebensbedrohenden Leberschäden führen können.

Wie groß ist das Risiko für diese Erkrankung?

Die Gesamtzahl der Hepatitis-B-Virusträger in Deutschland beläuft sich auf ca. 500.000, davon sind 5 % Kinder. Die meisten Infektionen ereignen sich zwischen dem 15. und 35. Lebensjahr, wobei die Übertragung durch Sexualkontakte die wichtigste Rolle spielt.

Wie äußert sich die Erkrankung?

Kennzeichen einer Hepatitis B sind Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen und Fieber, in vielen Fällen auch eine Gelbsucht. Die Erkrankung dauert mehrere Wochen, manchmal auch Monate. Von 100-200 Betroffenen stirbt einer direkt an den Folgen der Erkrankung.

Komplikationen der Erkrankung

Die größte Gefahr einer Hepatitis-B-Infektion ist jedoch der Übergang in ein chronisches Stadium. Das heißt: Die akute Krankheit geht zwar vorbei, doch das Virus nistet sich lebenslang in der Leber ein. Die so genannten chronischen Hepatitis-B-Virusträger bilden nicht nur eine lebenslange Ansteckungsquelle für Andere – sie laufen auch Gefahr, später an einer Schrumpfleber (Zirrhose) oder an Leberkrebs zu sterben.

Besonders gefährdet sind Neugeborene, die sich bereits während der Schwangerschaft oder Geburt über die Mutter infizieren.

Je früher die Infektion stattgefunden hat, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit eines chronischen Krankheitsverlaufs. Ein Drittel der Virusträger hat die Infektion in der Kindheit erworben.

Welchen Schutz gibt es?

Bei rechtzeitiger Impfung besteht ein zuverlässiger Schutz vor Hepatitis B. Seit 1995 wird die Hepatitis-B-Schutzimpfung in Deutschland deshalb generell für alle Kinder ab dem vollendeten 2. Lebensmonat empfohlen (STIKO).

Um eine Infektion des Kindes bei der Geburt zu verhindern, sollte jede Schwangere auf Hepatitis B untersucht werden. Falls sie Virusträgerin ist, kann das Neugeborene gleich nach der Geburt durch eine aktive und passive Immunisierung (Simultanimpfung) zuverlässig geschützt werden. Liegt das Untersuchungsergebnis der Mutter nicht vor, so wird auf jeden Fall eine aktive Impfung des Kindes nach der Geburt empfohlen, je nach Ergebnis erfolgt gegebenenfalls zusätzlich eine passive Immunisierung.

Alle noch ungeimpften Jugendlichen im Alter von 9-17 Jahren sollten gegen Hepatitis B geimpft werden bzw. ein unvollständiger Impfschutz sollte komplettiert werden.

Weitere Informationen zur Stiko-Impfempfehlung

Auf einen Blick :

Hepatitis B

Erreger: Hepatitis-B-Virus (HBV).

Übertragungsweg: Enger körperlicher Kontakt oder gemeinsamer Gebrauch von Hygieneartikeln, Kontakt der Schleimhäute oder kleinster Hautverletzungen mit infektiösem Blut oder anderen Körperflüssigkeiten. Häufig auch Übertragung während der Geburt von der Mutter auf das Kind.

Inkubationszeit: 40-180 Tage.

Immunität nach Erkrankung: Lebenslang. 10 % der erkrankten Erwachsenen und bis zu 90 % der Kleinkinder und Säuglinge bleiben chronische Virusträger.

Häufigkeit und Verbreitung: Weltweites Vorkommen. Ein hoher Anteil an Virusträgern findet sich vor allem in Afrika, Mittel- und Südamerika, Südostasien und Ozeanien (bis zu 30-mal höher als in Mitteleuropa).

Ärztliche Meldepflicht: Ja.