Hepatitis A: kleines Virus, große Wirkung

Was ist das?

Wie Hepatitis B ist auch Hepatitis A eine durch Viren verursachte Entzündung der Leber. Im Unterschied zur Hepatitis B nimmt die Hepatitis A jedoch nie einen chronischen Verlauf. Da für Hepatitis-A-Infektionen mangelnde Hygiene verantwortlich ist, wird die Krankheit oft aus weniger hoch entwickelten Ländern eingeschleppt. Unter allen „Reisekrankheiten“, vor denen man sich durch Impfen schützen kann, ist Hepatitis A die am häufigsten vorkommende.

Wie groß ist das Risiko für diese Erkrankung?

Das Hepatitis-A-Virus ist weltweit verbreitet. Es ist in der Umwelt sehr stabil und wird unter anderem durch verunreinigtes Wasser, Lebensmittel oder durch Schmier-infektionen übertragen. Schlechte hygienische Verhältnisse stellen die Haupt-gefahrenquelle dar. Die Gefahr, sich mit Hepatitis A zu infizieren, wird häufig unterschätzt. Dabei liegt die Zahl der gemeldeten Fälle ähnlich hoch wie bei Hepatitis B.

Gerade Kinder stellen für ihre Umgebung eine große Infektionsgefahr dar, da sie oft keine Krankheitsbeschwerden zeigen. Sie gehen zur Schule oder in den Kindergarten, spielen mit anderen und geben den Erreger auf diese Weise weiter. Über Schmierinfektionen können die infizierten Kinder auch Erwachsene anstecken. Bei diesen führt die Krankheit zu wochenlanger Arbeitsunfähigkeit – und kann unter Umständen für sie auch lebensbedrohend sein.

Wie äußert sich die Erkrankung?

Hepatitis A äußert sich zunächst wie eine Grippe: Die Betroffenen leiden an Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen und Fieber. Oft, aber nicht immer, entwickelt sich dann die für Hepatitis typische Gelbsucht: Augäpfel und Haut färben sich gelblich; außerdem kann es zu Juckreiz und Hautentzündungen kommen.

Komplikationen der Erkrankung

Die Erkrankung kann Wochen, manchmal sogar bis zu 6 Monate andauern. Schon vor Beginn der Beschwerden scheidet der Infizierte in großen Mengen Erreger aus und kann so zu einer Ansteckungsquelle für andere werden. Bei einigen wenigen Patienten nimmt die Hepatitis A einen dramatischen, „fulminanten“ Verlauf mit einer Sterblichkeit von 40 %. Mit zunehmendem Lebensalter steigt die Gesamtsterberate auf bis zu 2 %.

Welchen Schutz gibt es?

Selbst bei größter Vorsicht lässt sich eine Infektion mit dem Hepatitis-A-Virus nicht sicher verhindern. Den zuverlässigsten Schutz bietet die Impfung. Sie hat sich als gut verträglich und hoch wirksam erwiesen. Nach erfolgreicher Grundimmunisierung ist Ihr Kind in der Regel mindestens 30 Jahre geschützt.

Mögliche Nebenwirkungen der Impfung

Bei ca. 4 % der Impflinge kann es zu Rötung, Schwellung, Schmerzhaftigkeit an der Injektionsstelle 1-3 Tage nach der Impfung, selten länger anhaltend, kommen. Allgemeinsymptome wie leichte bis mäßige Temperaturerhöhung, Frösteln, Kopf- und Gliederschmerzen, Müdigkeit oder Störungen des Magen-Darm-Traktes wurden ebenfalls häufig beschrieben. Eine Erhöhung der Leberenzyme wurde vereinzelt in zeitlichem Zusammenhang mit der Impfung beobachtet. Alle diese Symptome sind in der Regel leichter und vorübergehender Art und klingen rasch und ohne Folgen wieder ab.

Sehr selten wurden allergische Hautreaktionen und ein Erythema multiforme beobachtet.

Bitte wenden Sie sich an Ihren Arzt, wenn Sie Fragen zu Nebenwirkungen der Impfstoffe haben. Eine Übersicht über beobachtete Nebenwirkungen und deren Häufigkeit finden Sie in der Gebrauchsinformation der jeweiligen Impfstoffe.

Weitere Informationen zur Stiko-Impfempfehlung

Auf einen Blick :

Hepatitis A

Erreger: Hepatitis-A-Virus.

Übertragungsweg:
Meist über verunreinigte, rohe Lebensmittel (Muscheln, Salat) oder Trinkwasser. Außerdem durch direkten Kontakt mit Erkrankten sowie gemeinsame Benutzung von Toiletten, Handtüchern, Essgeschirr.

Inkubationszeit: 2-6 Wochen, durchschnittlich 28 Tage; Infektiosität 2 Wochen vor bis 2 Wochen nach Krankheitsausbruch.

Immunität nach einer Erkrankung: Lebenslang.

Häufigkeit und Verbreitung: Weltweites Vorkommen in allen Ländern mit schlechten hygienischen und sanitären Verhältnissen (z. B. in Asien, Afrika, Mittelmeerländer, Osteuropa, Mittel- und Südamerika, im Nahen Osten).

Ärztliche Meldepflicht: Ja.