Diphterie

Was ist das?

Diphtherie ist eine lebensbedrohliche, durch Bakteriengift (Toxin) verursachte Infektion. Der Erreger wird überwiegend über die Atemluft übertragen („Tröpfcheninfektion“). Die Erkrankung bricht meist schon 2-5 Tage nach der Ansteckung aus. Das Bakteriengift führt vor allem im Rachenraum zum Absterben von Zellen. Außerdem kann es über den Blutweg zu entfernten Wirkorten (das sind Organe wie z. B. das Herz) transportiert werden und dort zu Komplikationen führen.

Früher war Diphtherie eine der gefürchtetsten Infektionskrankheiten und wurde im Volksmund „Würgeengel der Kinder“ genannt; gefährdet sind jedoch Menschen aller Altersgruppen. Bei nicht ausreichender, vor allem bei zu später Behandlung endet Diphtherie oft tödlich.

Wie groß ist das Risiko für diese Erkrankung?

Dank der vorbeugenden Impfung im Kindesalter tritt Diphtherie bei uns nur noch selten auf. Trotzdem sind in den letzten Jahren wieder Krankheitsfälle beobachtet worden, vor allem bei Erwachsenen. Die Hauptursache: Reisende, die keinen ausreichenden Impfschutz mehr haben, schleppen die Diphtherie aus Ländern mit erhöhtem Diphtherierisiko wieder nach Deutschland ein. So berichtet die WHO, dass in den Staaten der ehemaligen Sowjetunion seit 1990 über 150.000 Erkrankungen mit mehr als 4.000 Todesfällen auftraten. Im Zuge dieser Epidemie gelangte der Erreger auch zu uns. Einige der Erkrankten starben.

Wie äußert sich die Erkrankung?

In der Regel tritt die Diphtherie als Rachen-Diphtherie auf. Erste Symptome sind ein geröteter Rachen, geschwollene Mandeln, Schluckbeschwerden und ein starkes allgemeines Krankheits gefühl. Zunächst ähnelt das Krankheitsbild einer „normalen“ Halsentzündung. Im weiteren Verlauf bilden sich im Rachen weiße Beläge (Pseudomembranen). Der Atem riecht fad-süßlich. Wenn der Kehlkopf mit betroffen ist, kann die Schwellung im Hals so stark sein, dass Erstickungsgefahr droht.

Komplikationen der Erkrankung

Durch die Fernwirkung des Toxins kann es zu Herzmuskelentzündung, Lähmung des Gaumensegels, der Schlundmuskulatur und der Augenmuskeln kommen. Häufigste Todes ursachen sind Ersticken und Herzversagen. Die Sterblichkeit liegt bei 5-10 %. Wichtigste Komplikation bei Säuglingen und Kleinkindern ist die Nasendiphtherie.

Welchen Schutz gibt es?

Die einzige Schutzmaßnahmen vor Diphtherie ist die vorbeugende Impfung. Sie wird für alle Kinder ab dem vollendeten 2. Lebensmonat empfohlen. Der Impfschutz wird nach erfolgter Grundimmunisierung durch regelmäßige Auffrischimpfungen im Abstand von 10 Jahren aufrechterhalten

Weitere Informationen zur STIKO-Impfempfehlung

Auf einen Blick :

Diphtherie

Erreger: Corynebacterium diphtheriae (Bakterium).

Übertragungsweg: Tröpfchen infektion (Eintritt über die Atemwege).

Inkubationszeit: Meist 2-5 Tage, selten länger.

Symptome: Zunächst Halsentzündung und Mandelschwellung, später weißliche Beläge im Rachen, süßlicher Atem. Im weiteren Verlauf Erstickungsgefahr, außerdem Herzmuskelschäden und Nerven lähmungen möglich.

Immunität nach überstandener Erkrankung: Fraglich.

Häufigkeit und Verbreitung: Weltweites Vorkommen. In Deutschland werden jährlich mehrere eingeschleppte Fälle registriert.

Ärztliche Meldepflicht: Ja.