Kinderkrankheiten – sind die überhaupt gefährlich?

Harmlose Kinderkrankheiten gibt es nicht

Kinderkrankheit – das klingt fast nett und keineswegs so, als müsste man Angst davor haben. Aber stimmt das wirklich?

Tatsache ist: Es gibt eine Reihe von Infektionskrankheiten, die hauptsächlich im Kindesalter auftreten. In der Mehrzahl der Fälle verlaufen diese auch mehr oder weniger harmlos. Aber: Jedes Jahr erleiden Kinder in Deutschland auch bleibende Schäden, z. B. nach einer Masern-Erkrankung. Babys werden taub, blind oder mit anderen Fehlbildungen geboren, weil sie im Mutterleib an Röteln oder Windpocken erkrankten. Und Mumps ist eine der häufigsten Ursachen für dauerhafte Hörschäden bei Kindern.

Infektionskrankheiten durchmachen: Ein riskantes Spiel

Übersehen wird dabei, dass es reine Glückssache ist, ob eine Kinderkrankheit wirklich harmlos verläuft. Genauso können auch Komplikationen mit schwer- wiegenden Folgeschäden auftreten – sogar bis hin zum Tod.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben beispielsweise jedes Jahr noch weltweit fast 500.000 Kinder an den Folgen einer Masern- Erkrankung.
Pro Jahr gibt es weltweit etwa 200.000 Tote (WHO 2009) durch Keuch- husten, überwiegend Säuglinge in den ersten Lebensmonaten. Auch Deutschland ist davon nicht ausgenommen.

Im Übrigen: Ohne Immunität lebt man später gefährlich, denn einige vermeintliche Kinderkrankheiten können gerade Erwachsene besonders schwer treffen (z. B. Masern, Mumps und Windpocken). Wenn sich eine nicht geschützte Schwangere mit Röteln oder Windpocken infiziert, kann dies schwere, bleibende Schäden oder sogar den Tod für ihr ungeborenes Kind bedeuten. Rechtzeitiges Impfen kann davor schützen.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut empfiehlt deshalb seit Juli 2010 die Masern-Impfung auch für alle jungen Erwachsenen sowie die Röteln-Impfung für alle Frauen im gebährfähigen Alter.